Auch in diesem Streichtrio habe ich meine Hauptanliegen verwirklichen wollen: Emotionen verschiedenster Art vor allem in tonaler Weise auszudrücken, und dies möglichst transparent für die Hörer, selbst wenn die Taktarten und die übereinandergeschichteten Rhythmen immer komplexer werden.
Im ersten Satz findet sich stets die Sonatenhauptsatzform wieder, jedoch tritt sie hier absichtlich zerklüftet auf: Z. B. gliedert sich die Durchführung in drei Episoden, die Reprise in zwei Ausläufer. Über all dies spannt sich wie eine Brücke das wuchtig erscheinende Hauptthema im Maestoso-Charakter und im 5/4-Takt.
Im zweiten Satz – Liedform A/B/A – treten die Soli von Violine und Viola nachhaltiger hervor als im ersten. Das lyrische Thema des A-Teils tritt bei seiner Wiederkehr humoristisch auf. .
1985 Vertrag an den Vereinigten Städt. Bühnen Krefeld/Mönchengladbach. Bei Günter Ojstersek, Düsseldorf, studierte ich Sololiteratur. Seit 1986 bin ich Stellv. Solobratscher in Krefeld/Mönchengladbach.
Der Finalsatz beginnt mit einem Rezitativ der Violine, das nahtlos ins Allegro moderato übergeht. Beim nun dreimaligen Erklingen des Themas scheint die Rondoform selbstverständlich zu sein, jedoch durchdringt sie bald ein durchführungsartiger dramatischer Abschnitt, worin zunächst die Viola dominiert, dann aber jeder Spieler einmal die Oberhand gewinnt. Im Andante aleatorico - wo nicht der Ton, wohl aber seine Reihenfolge dem Zufall überlassen wird - steigert sich die Spannung bis zum Cellosolo. Hier erklingt das Thema des 1. Satzes übrigens in seiner Urgestalt, man kann es als ein Plädoyer für den Frieden verstehen, als eine Absage an sinnlosen Streit…