Nacht in Bularien

So glühten Berge nie im Gipfelfeuer
Von Wolkenfackeln rings entfacht!
Aus dem Gefels erwuchsen Ungeheuer
und in den Tälern dehnte sich die Nacht.


Wie ruhelos war ich entstiegen
dem Staub des Tags, dem Straßensang;
ich sah blutrote Falter fliegen
zu Honigernten an den Blütenhang.


Es gischte aus den engen Toren
des Schneegebirgs der Bäche Schaum,
ihr Rauschen trug mich traumverloren
auf steilen Pfaden in den Weltenraum.


Da fing die Erde an, sich zu bestirnen,
sie flammte auf – im eignen Lichterbrand
und strahlte wider zu den höchsten Firnen,-
ich war daheim im unbekannten Land.


Molar, 1932